
Einige Rudergeräte erzeugen den Ruderwiderstand mit Wasser. Wie oft sollte man dieses Wasser im Rudergerät wechseln? Ist das nicht ziemlich lästig? Der Vorgang klingt schließlich kompliziert und sammeln sich dort, wo Wasser steht, nicht auch Mikroorganismen? Fragen über Fragen und ein Grund mehr, sich mit dieser speziellen Komponente des Rudergerätes näher auseinanderzusetzen.
Ist ein Wassertank für das Rudern zu Hause unabdingbar?
Vielleicht sollte zunächst geklärt werden, warum für ein Rudergerät Wasser benötigt wird. Eigentlich bist Du ja vermutlich davon ausgegangen, mit dem Heimtrainingsgerät im Trockenen zu rudern. Tatsächlich tust Du das auch. Du wirst allerdings ein System benötigen, das den Wasserwiderstand simuliert, den Du beim Outdoor-Sport erleben würdest.
Rudergeräte können diesen Widerstand auf verschiedenen Wegen nachempfinden. Du arbeitest gegen einen künstlich erzeugten Druck. Dieser wird etwa über Luft, Magnetismus oder eben Wasser erzeugt. Der Wassertank kommt unter Betätigung der Ruderstangen in Bewegung. Du erlebst dank der Übersetzung ein realistisches Rudergefühl.
Wie stark Dich dieses beanspruchen darf, regulierst Du über die Menge des in einem Tank eingefüllten Wassers. Der Wassertank ist damit jederzeit zugänglich und kein luftdichter Raum, weshalb das Wasser im Rudergerät relativ oft gewechselt werden muss.

Mögliche Widerstandssysteme für Rudergeräte:
- Wasserwiderstand
- Luftwiderstand
- Hydraulikwiderstand
- Magnetwiderstand
- elektronischer Widerstand
Was ist außer dem Wasserwechsel an solchen Rudergeräten noch anders als an anderen?
Wasser als Widerstandsquelle kommt dem ursprünglichen Rudergefühl am nächsten. Die Trägheit des Mediums kann ähnlich übertragen werden wie im Original und auch die Ausprägung des Widerstandes kann einem realistischen Strömungsgefühl sehr nahekommen. Magnete und Ventilatoren, wie sie in anderen Geräten zum Einsatz kommen, lassen eine weniger flüssige Bewegung zu.
Allerdings wird für das Wasserrudergerät mehr Raum benötigt. Die Wassertanks sind relativ groß, wodurch das Gesamtsystem recht sperrig ausfällt. Auch macht das Wasser während der Bewegung natürlich Geräusche im Tank. Die Übungen fallen dadurch relativ laut aus. Wie beim Outdoor-Training empfinden viele Menschen dieses Geräusch als beruhigend.
In Mehrfamilienhäusern kann es allerdings problematisch werden, vor allem wenn Du in den späten Abendstunden trainieren möchtest.
Das Befüllen und vermehrte Wechseln des Wassers für das Rudergerät sollte in diesem Zusammenhang allerdings keine Probleme bereiten. Die Systeme lassen sich theoretisch sauber und weitestgehend überschwemmungsfrei warten.
Sieht ein Rudergerät mit Wasser anders aus als andere Rudergeräte?
Der Wassertank nimmt relativ viel Platz ein. Andere Widerstandssysteme lassen sich deutlich platzsparender integrieren. Der mit auswechselbarem Wasser befüllte Tank befindet sich entweder seitlich oder im vorderen Bereich des Rudergerätes. Manchmal ist er auch unter dem Sitz installiert.
Vergleichbare Geräte fallen im Gegensatz dazu durch eine Art Ventilator oder durch Magnettrommeln auf. Der Wassertank ist oft durchsichtig, sodass der Füllstand einsehbar bleibt. Das macht Sinn, denn so kannst Du übersichtlich die Stärke des Widerstandes regulieren und siehst, ob das Wasser des Rudergerätes wegen Verunreinigungen ausgewechselt werden muss.
Die übrigen Elemente (Sitz, Fußstütze, Rudergriffe) unterscheiden sich nicht wesentlich von anderen Rudergeräten. Sie bieten im selben Maß Stabilität und Sicherheit und können mal mehr, mal weniger komfortabel angelegt sein.
Wie wechselt man das Wasser von Rudergeräten?
Für den Vorgang und die Häufigkeit des Wasserwechsels sehen unterschiedliche Hersteller verschiedene Vorgaben vor. Ganz allgemein wird dazu geraten, das Wasser im Rudergerät nach spätestens 6 Monaten zu wechseln.
Dazu schaltest Du das Rudergerät aus und nimmst es bestenfalls ganz vom Netz. Nun entfernst Du die Abdeckung des Tanks (meist ein einfacher Deckel oder Drehverschluss). Ein kleiner Tank kann nun ausgehoben und in ein Wasserbecken ausgeschüttet werden. Größere Gefäße werden ausgepumpt.
Vor dem Wasserwechsel wird der Tank gründlich gereinigt. So verhinderst Du, dass Du den Vorgang allzu oft wiederholen musst.
Das Nachfüllen kann mithilfe von Trichtern, schmalen Zuflüssen oder Schlauchsystemen erfolgen. Achte darauf, dass Du die maximale Füllhöhe nicht überschreitest. Das Wasser muss während der Trainingsbewegung genügend Spielraum haben.
Schließe den Tank des Rudergerätes nach dem Wasserwechsel gründlich. Oft kommt es einzig und allein durch oberflächliches Abdecken zu austretendem Wasser. Beobachte beim ersten Einschalten genau, ob etwas undicht ist, um Überschwemmungen verhindern zu können.
Je nach Hersteller können weitere Handgriffe notwendig werden, die in aller Regel der Sicherheit dienen.
Was passiert, wenn man das Wasser am Rudergerät nicht oft genug wechselt?
Dass das Wasser am Rudergerät so oft gewechselt werden soll, hat vor allem hygienische Gründe. Wenn das Wasser längere Zeit im Tank verbleibt, kann es zu Schimmelbildung kommen. Dies führt nicht nur zu unangenehmen Gerüchen, es kann auch gesundheitlich bedenklich werden. Zudem sind stehende Wasseransammlungen ein wunderbarer Nährboden für Bakterien.
Mit der Zeit entstehen Ablagerungen, vielleicht setzen sich auch Schwebstoffe ab. Verstopfungen und Beschädigungen des Systems können dann nicht mehr ausgeschlossen werden. Du bemerkst diese Probleme selbst erst, wenn der Wasserdurchfluss nicht mehr flüssig funktioniert oder die Bewegung der Paddel stockt.
Auch Eintrübungen des Wassers können den Trainingserfolg reduzieren. Zumal Du dadurch den Wasserstand nicht mehr im Blick hast und sich unter Umständen die Trainingsdaten verfälschen.
Wie oft sollte ich das Wasser am Rudergerät konkret wechseln?
Die genaue Häufigkeit des Wechsels hängt von der Nutzungshäufigkeit und den individuellen Vorlieben ab, aber ein Zeitraum von 3 bis 6 Monaten wird oft empfohlen.
Entstehen beim Rudergerät, bei dem man regelmäßig Wasser wechseln muss, also häufiger Probleme?
Jedes System wird seine eigenen Vor- und Nachteile mit sich bringen. Der Wasserwechsel ist an sich nicht problemwertig. Die Wartung kostet vor allem Zeit. Außerdem musst Du diese Notwendigkeit natürlich ganz allgemein auf dem Schirm behalten.
Hauptsächlich wird sich ein Rudergerät wegen der Wassertanks weniger flexibel stellen lassen. Das liegt zum einen am Gewicht und zum anderen natürlich an der Größe. Hinzu kommt der erwähnte Geräuschpegel. Andere Systeme laufen deutlich ruhiger. Grundsätzlich ist für viele Interessenten vor allem der Preis problematisch. Rudergeräte mit Wassertanks sind trotz der oft lästigen Wechselproblematik relativ kostenintensiv.
Kurz und knapp – die Vor- und Nachteile eines Rudergerätes mit Wasserwiderstand
Vorteile eines Rudergerätes mit Wasserwiderstand:
- realistisches Rudergefühl
- anpassungsfähiger Widerstand
- geringe Belastung der Gelenke durch flüssige Bewegungsabläufe
- beruhigende Geräusche
Nachteile eines Rudergerätes mit Wasserwiderstand:
- größerer Platzbedarf
- höhere Kosten
- Wartungsaufwand
- potenziell höherer Geräuschpegel

Wasserrudergeräte – häufiger Wasserwechsel vs. natürliches Rudergefühl
Fakt ist, dass keines der anderen Rudersysteme ein derart realitätsnahes Rudergefühl erzeugt. Die Bewegungen können hier fließend ausgeführt werden und die Geräuschkulisse erinnert stark an den beliebten Outdoor-Sport. Man muss sich allerdings fragen, ob dieser Site-Effekt den Aufwand lohnt. Das Training an sich ist an allen Systemen ähnlich effektiv.
Für Mietwohnungen ist schon das Hantieren mit großen Mengen Wasser für sich genommen nicht ideal. Von der Geräuschkulisse und dem Platzbedarf mal abgesehen – wie oft wird der Mieter unter Dir es verzeihen, wenn Du beim Wasserwechsel aus Versehen große Mengen Wasser aus dem Tank des Rudergerätes verschüttest?
Wer allerdings über ein Eigenheim oder besser noch einen extra Fitnessraum verfügt, kann von dieser Systemvariante durchaus profitieren und muss nicht vor dem Wartungsaufwand zurückschrecken. Alle 6 Monate das Wasser am Rudergerät zu wechseln, ist, realistisch betrachtet, gar nicht so oft.